Neuland – ein Austausch nach Sibirien

Er wurde von einer jungen deutschen Reisegruppe gefilmt, die für 10 Tage Tomsk und Krasnojarsk besucht hat. Der Film hat bei uns verschiedene Emotionen hervorgerufen. Es war sehr gut, dass wir im Anschluss des Filmes darüber diskutiert haben und jeder seine Meinung und seine Eindrücke zu dem Film kundtun konnte. Natürlich hatten die Jugendlichen nicht genügend Zeit, sich eine tiefgründige Meinung von Sibirien zu bilden – in zehn Tagen kann man nur oberflächlich eine neue Kultur kennen lernen. Deshalb war es auch nicht möglich all die Klischees der Deutschen aus dem Weg zu räumen – viele verbinden Russland immer noch mit Wodka und Borschtsch.

Außerdem störte es einige russische Zuschauer, dass Russland nicht von seiner besten Seite gezeigt wurde. Dass man Großmütter auf den Dörfern, Müll in der Natur und Schlaglöcher auf den Straßen gesehen hat. Ich denke, das liegt auch daran, dass die Russen einen anderen Bezug dazu haben. Auf mich persönlich hatte der Film eher den Eindruck gemacht, dass die Studenten sehr zufrieden waren, mit dem, was sie erlebt haben. Es war keineswegs abschreckend oder hat in mir das Gefühl hervorgerufen, Russland nicht besuchen zu wollen. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn am Ende, als die Reisenden ihr Russlandbild in drei Worten zusammenfassen sollten, nicht Wodka und Borschtsch genannt worden wären.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man den Film in seinem Hintergrund betrachten muss – 10 Tage bleiben 10 Tage. Man kann keine tiefgründige Meinung bilden, wenn man weniger als zwei Wochen ein Land besucht. Mit diesem Wissen sollte man sich den Film anschauen – dann kann man auch über die kleinen Pointen lachen, die der Film bereithält.

 

Элизабет Штар, участник клуба Deutscher SonnTAG

9 апреля 2013